Donnerstag, 26. November 2009
Evolution und Klima - Skeptiker überall
Montag, 16. Februar 2009
Über Forscherkarrieren
Ich würde trotzdem jedem dazu raten, das zu studieren, was ihm/ihr liegt. Vielleicht sollte man aber dafür von vorneherein im Ausland starten oder zumindest einplanen, irgendwann zu wechseln. Oder ein verwandtes Fach an der FH auswählen, das zu einem brauchbaren Beruf ausbildet.
Ich hatte teilweise schon am Dienstag meine halbe Stelle, für die ich bezahlt wurde, abgeleistet, aber im Freundes- und Bekanntenkreis ging es teilweise heftig zu.
Zumindest vor einigen Jahren noch gab es vereinzelt BetreuerInnen, die DoktorandInnen Stellen für ein Jahr anboten, dann damit kalkulierten, dass das Arbeitsamt ein Jahr die Doktorarbeit fördert, dann wieder einen Vertrag anboten, usw. . Eine Doktorarbeit soll 3-4 Jahre dauern, manches Mal werden 5, 6 und mehr Jahre daraus. Das scheint es heute zum Glück immer seltener zu geben.
Meine StudienkollegInnen, die bei der Bio geblieben sind und mit denen ich noch Kontakt habe oder von denen ich zumindest höre, arbeiten in Großbritannien, der Schweiz oder Skandinavien. Haltet euch fest, liebe Mitbiologinnen, zumindest zum Teil auf Dauerstellen. Ein großer Teil ist nach dem Diplom in der Pharmabranche untergekommen, muss auch nicht alles schlecht sein, die werden zumindest in der Regel super bezahlt. So einige haben komplett umgeschult auf alles Mögliche.
Eine Freund hat sich von 3-Monats-Vertrag zu 3-Monats-Vertrag durchgehangelt, bis er dann endlich eine richtige Doktorandenstelle bekommen hat auf seinen Antrag hin. Eine Bekannte hat fast ein Jahr nach der Diplomarbeit ohne Bezahlung ihre Doktorarbeit vorbereitet. Ein anderer Bekannter hat eine Super-Promotion hingelegt, 9 oder 10 Veröffentlichungen daraus gemacht, ein Jahr am Institut weitergearbeitet auf Arbeitsamtskosten, sich dann in UK auf eine Dauerstelle beworben und sie bekommen. Er wurde tatsächlich gefragt, weshalb er ginge.
Ich würde gerne wissen, ob es in anderen Naturwissenschaften ähnlich zugeht oder nur in der Biologie? Bei den GeologInnen scheint es ähnlich zu sein.
Ich weiß jedenfalls nicht, wo man die ganzen Naturwissenschaftler angeblich braucht, von denen anscheinend immer noch zu wenige ausgebildet werden. An Unis, Forschungsinstituten und in der Privatwirtschaft braucht man jedenfalls nur einen Bruchteil der BiologInnen, die ausgebildet werden und da müssen die Qualifikationen schon zu 100% stimmen. Es wird den Leuten offenbar abgesprochen, dass sie auch nach der Doktorarbeit noch lernfähig sind und sich neue Gebiete erschließen können, andererseites wird genau das verlangt. Verrückte Welt.
Donnerstag, 12. Februar 2009
Zum 200. "Geburtstag" des Naturforschers Charles Darwin
Darwins Theorie erklärt bis heute schlüssig, warum sich die Artenvielfalt der Erde entwickeln konnte und dass sich die Evolution auch weiterhin auf alles Leben der Erde auswirkt, auch wenn die Theorie inzwischen natürlich weiterentwickelt wurde. In damaliger Zeit war seine Theorie gesellschaftlich brisant. Man wusste aus der landwirtschaftlichen Praxis, dass man bestimmte Merkmale von Tieren und Pflanzen herauszüchten konnte, indem man Individuen mit bestimmten Eigenschaften für die Zucht selektierte. Das ganze Gedankengebäude Darwins widersprach den von den Religionsgemeinschaften verbreiteten Schöpfungsmythen und lieferte eine für alle nachvollziehbare Erklärung mit. Ursprünglich sprach Darwin in seiner Theorie allein von natürlicher Selektion. Das wurde damals kritisiert, weil es zu sehr nach einem aktiven Wirken der Natur klänge aber doch ein eher passiver Prozess sei. Deshalb ergänzte er "survival of the fittest". Darwins Aussagen und die Evolutionstheorie wurden und werden vielfach missinterpretiert.
Erschreckend ist, dass man in den Medien - ich spreche hier von Deutschlandfunk und taz - hören und lesen muss, dass Darwin vom Überleben des Stärkeren oder Tüchtigsten gesprochen hätte. Das war und ist noch immer falsch. Im Online-Wörterbuch LEO wird mehrfach über die richtige Übersetzung in biologischem Zusammenhang diskutiert, aber offiziell wird das falsche oder zumindest sehr missverständliche Überleben des Tüchtigsten als Übersetzung in biologischem Sinne genannt. Ich habe heute die Diskussion von 2007 im LEO-Forum wiederaufgenommen als Autorin Sanna, wer nachlesen will. Vielleicht ändert sich demnächst die Eintragszusammensetzung, wäre schön. Ich werde das hier kommentieren.
Richtig in biologischem Sinne ist die Übersetzung Überleben der Bestangepassten oder Sinnverwandtes. Ich habe als Biologin nie einen anderen Zusammenhang gelernt, schon als Schülerin nicht. Die Bestangepassten können je nach Umweltgegebenheiten die kooperativsten, die stärksten oder vielleicht die am besten geschützten Individuen sein. Am besten angepasst kann also Vieles bedeuten. Ganz gut erklärt werden die Zusammenhänge rund um "survival of the fittest" bei Wiktionary. Beim Tagesspiegel habe ich gerade einen ganz guten Artikel über Darwin gefunden. Was mich etwas dabei irritiert ist, dass der Autor der selbe Mensch zu sein scheint, der im Deutschlandfunk vom "Überleben des Stärkeren" geredet hat, was mich zu einem Brüller veranlasste. Womöglich habe ich wegen des Brüllers nicht alles mitbekommen.
Wie kommt es zu der weit verbreiteten Fehlübersetzung und der daraus herrührenden Fehlinterpretation der Evolutionstheorie auch heute noch? Ein Erklärungsversuch: Im Deutschen bedeutet fit ausschließlich gut trainiert / köperlich in Form. Im Englischen jedoch ist die Hauptbedeutung passend / angepasst; in einer Nebenbedeutung hat das Wort die gleiche Bedeutung wie im Deutschen. Wer als einfach vom Deutschen fit ausgeht und die Evolutionstheorie nicht wirklich kennt, übersetzt schnell falsch. Manch eine/-r hat übersetzt womöglich bewusst falsch. Kritikern der Evolutionstheorie, die etwas gegen die Erklärung der Welt durch die Naturwissenschaften haben, kommt die Fehlübersetzung vermutlich gelegen, weil sie so schön unmenschlich klingt, besonders gepaart mit dem "Kampf ums Dasein".
Für durchgeknallte, machtbesessene Diktatoren und ihre Unterstützer Anfang und Mitte des 20. Jahrhunders kam die Fehlübersetzung und die damit einhergehende Fehlinterpretation der Evolutionstheorie gerade recht, um faschistische Rassentheorien zusammenzuspinnen und damit den irrsinnigen Mord an Menschen jüdischen Glaubens und anderen Minderheiten als pseudo-rational, pseudo-wissenschaftlich begründet darzustellen. Heutige dumpfbackige Gefolgsleute dieser Irren finden die Fehlinterpretation und die Übertragung einer biologischen Theorie auf gesellschaftliche Modelle immer noch toll und verstehen dabei gar nichts. Aufgeklärte Menschen hingegen lassen sich den ganzen Schwachsinn nicht so leicht aufbinden und hinterfragen das krude Zeug, was so manche Leute von sich geben. Zum Glück gibt es immer mehr davon. Und selbst einige Religionsgemeinschaften haben ihre Deutungshoheit der menschlichen Entwicklung - und was dazugehört - halbwegs freiwillig aufgegeben und anerkennen, dass man heute Erklärungen für Naturphänomene hat, die man vor rund 2000 Jahren und früher einfach noch nicht erklären konnte.
Deshalb ergeht hier meine Aufforderung an alle, die Missverständnissen vorbeugen wollen: Bitte benutzt ausschließlich "Überleben der Bestangepassten" oder Sinnverwandtes, wenn ihr über Darwin und "survival of the fittest" redet!
Donnerstag, 23. Oktober 2008
Frei zugängliche Spezialausgabe von Climate Research
Mittwoch, 30. Juli 2008
Könnte sich das Klima drastisch und abrupt ändern?
Martin Ittershagen, Pressestelle
Umweltbundesamt (UBA)
29.07.2008
UBA-Papier zu möglichen "Kipp-Punkten" im Klimasystem
Die zunehmende Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre erwärmt das Klima. Die Lufttemperaturen der bodennahen, atmosphärischen Schichten steigen dadurch an. Werden bestimmte Temperaturschwellen erreicht, könnte das Klimasystem mit abrupten und starken Änderungen reagieren: Grönlands Eismassen schmelzen, der Meeresspiegel steigt an, das arktische Meereis schmilzt, die Arktis selbst erwärmt sich und der Regenwald am Amazonas trocknet zunehmend aus. Ein neues Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes (UBA) fasst den Kenntnisstand zu möglichen Gefahren drastischer Klimaänderungen zusammen. "Schon in diesem Jahrhundert drohen uns bei weiter steigenden Temperaturen drastische Klimaänderungen - auch in Deutschland", sagte Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA). "Wir alle sind Teil eines globalen Experiments mit der Lufthülle unseres Planeten, von dem wir nicht genau wissen, wie es ausgehen wird. Wir müssen den Ausstoß der Klimagase rasch und deutlich senken und uns an den Klimawandel anpassen.", so Holzmann weiter.
Die meisten Menschen denken bei dem Wort "Klimaerwärmung" an einen langsam fortschreitenden Prozess: Schon bei relativ geringen Temperaturanstiegen kann das Klimasystem bereits sogenannte "Kipp-Punkte" erreichen, bei denen es zu abrupten und drastischen Änderungen kommt. Steigende Temperaturen in der Arktis haben zum Beispiel in den letzten 100 Jahren zu einem Rückgang des Meereises geführt. Bei einem weiteren Anstieg der Temperaturen könnte die Arktis im Sommer bald eisfrei sein. Der Kipp-Punkt für eine sommerliche eisfreie Arktis könnte sehr nah oder möglicherweise bereits überschritten sein. Für die in der Arktis lebenden Menschen hätte das schwerwiegende Folgen: Gejagte Tierarten verschwinden, Häuser und Wege werden durch tauende Böden instabil und beschädigt. Eine weitere Erwärmung könnte auch für den Amazonas-Regenwald drastische Folgen haben. Verstärkt durch Waldrodungen und die Tatsache, dass sich Straßen, Ackerland und Weideflächen immer weiter ausbreiten, kann das Ökosystem Regenwald austrocknen und schließlich vollständig zusammenbrechen.
Wann genau solche Kipp-Punkte erreicht werden, können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedoch nur schwer bestimmen, da viele natürliche Prozesse noch nicht ausreichend erforscht sind. Jedoch ist sicher: Sind die Veränderungen im Klimasystem zu stark und nicht mehr umkehrbar, könnte eine Anpassung für den Menschen zu spät oder nur unter hohem Aufwand und extrem hohen Kosten möglich sein.
Entschlossenes Handeln ist daher zwingend erforderlich: Dazu gehört erstens, den Ausstoß der Treibhausgase in die Atmosphäre deutlich zu reduzieren. Zweitens müssen wir uns an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels anpassen - zum Beispiel durch die effiziente Nutzung der Wasserressourcen oder die Entwicklung trockenheitstoleranter Kulturpflanzen. Nur so lassen sich die Folgen eines sich ändernden Klimas in Grenzen halten und bewältigen.
Das Hintergrundpapier "Kipp-Punkte im Klimasystem - welche Gefahren drohen?" steht unter http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/hintergrund/kipp-punkte.pdf zum Download bereit.
Mittwoch, 9. Juli 2008
Wissen Sie, welchen Lebensmittelrisiken Sie ausgesetzt sind und wie sie sich vermeiden lassen?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) untersucht u.a., ob unsere Lebensmittel, aber auch Zusatzstoffe oder Chemikalien für die Schädlingsbekämpfung sicher sind. Jetzt wurde eine anonyme Online-Umfrage gestartet, um zu erfahren, ob die Meldungen des Instituts bei den Verbrauchern auch tatsächlich ankommen. Jeder kann ohne Angabe von Namen und Adresse aber einiger anonymer Personendaten an der Umfrage teilnehmen.
Es geht bei den Fragen um die sichere Aufbewahrung und Zubereitung von Lebensmittel ebenso wie um mögliche Verunreinigungen mit gesundheitsgefährdenden Stoffen und wie man sein Risiko gegenüber einer möglichen Gefahr einschätzt.
Nach Beantwortung einer Frage wird in wenigen Sätzen erklärt, was es mit dem jeweiligen Risiko auf sich hat und wie man es vermeiden kann. Die Umfrage läuft noch bis Ende Januar 2009.
Freitag, 4. April 2008
Auschreibung Juniorprofessur Forschung zur Nachhaltigkeit
Eine Million Euro für Forschung zur Nachhaltigkeit - Robert Bosch Juniorprofessur neu ausgeschrieben
Susanne Staerk, Kommunikation
Robert Bosch Stiftung
| 04.04.2008 |
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Stuttgart, 4. April 2008 - Zum zweiten Mal schreibt die Robert Bosch Stiftung die Robert Bosch Juniorprofessur "Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen" aus. Damit sind bis zu einer Million Euro für fünf Jahre eigenständige Forschung verbunden. Vorsitzender des Programmbeirats ist Klaus Töpfer, Ex-Bundesumweltminister und Direktor des UN-Umweltprogramms. Bewerbungsfrist ist der 1. Juni 2008.
Mit der Juniorprofessur erhalten herausragende junge Wissenschafter die Möglichkeit, an einer deutschen Universität oder Forschungsinstitution über die nachhaltige Nutzung erneuerbarer natürlicher Ressourcen - vor allem in Entwicklungs- und Transformationsländern - zu forschen. In diesem Jahr sind Bewerbungen zu zwei Schwerpunkten besonders willkommen:
1. Konkurrenz um Landnutzung - etwa der Konflikt zwischen dem Anbau von Energie- und Nahrungsmittelpflanzen;
2. Landwirtschaft und Gesundheit - etwa die Auswirkungen der Tierhaltung auf Seuchenausbreitung, aber auch umgekehrt die Effekte von HIV/AIDS auf die landwirtschaftliche Produktion in Entwicklungsländern.
Bewerben können sich Wissenschaftler aus allen Ländern und allen relevanten Disziplinen, von den Agrar- und Forstwissenschaften, der Biologie und den Umweltwissenschaften, bis zur Ökonomie, Mathematik, Politik, Soziologie und Medizin. Auf Wunsch unterstützt die Stiftung Bewerber bei der Verhandlung einer "Tenure-Track"-Option an der Gastinstitution.
Die im Vorjahr ausgeschriebene Robert Bosch Juniorprofessur wurde am
27. März in Berlin an Frau Dr. Nina Farwig verliehen. Die Biologin wird an der Philipps-Universität Marburg untersuchen, wie Ökosysteme in Südafrika auf Artenschwund aufgrund der Zerstückelung der Regenwälder reagieren.
Weitere Informationen:
http://www.bosch-stiftung.de/juniorprofessorship/ - weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen
http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/18255.asp - Interview mit der ersten Robert Bosch Juniorprofessorin Dr. Nina Farwig
